IP - Integrierte Produktentwicklung

Der Innovations-Enabler des KIT: Drei Stakeholder, ein Projekt, ein Team
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Wie kann ein Unternehmen mit langjähriger Tradition seine Erfahrungen nutzen, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen? Gemeinsam stellen wir uns mit Ihrem Unternehmen in IP dieser Herausforderung!

 

IP - Integrierte Produktentwicklung ist ein kooperatives Vorentwicklungsprojekt und findet jährlich im Winter zwischen Oktober und Februar mit einem Partnerunternehmen statt. Bis zu 42 angehende Ingenieurinnen und Ingenieure in 7 Entwicklungsteams erarbeiten in enger Zusammenarbeit mit dem Partnerunternehmen und dem IPEK innovative Lösungen zu einer vom Partnerunternehmen vorgegebenen Problemstellung. Dabei entstehen in kürzester Zeit 7 Produkte mit hohem Innovationspotential und zugehörige Funktionsprototypen.

 

Das Projekt beginnt mit dem Kickoff beim Partnerunternehmen und endet mit einer abschließenden Präsentation von Konzepten mit hohem Innovationspotential und den zugehörigen Prototypen in Karlsruhe vor rund 400 Gästen aus Gesellschaft, Forschung und führender Unternehmen.

Prof. Albers
   

"Für mich ist die Abschlussveranstaltung von IP wie ein zweites Weihnachtsfest. Wenn ich sehe, was für tolle Produkte die Studierenden hier präsentieren, habe ich keine Zweifel an der Zukunft des Industriestandorts Deutschland" 

- Univ. Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Albert Albers, an der Abschlussveranstaltung von IP 2018/19

 
 

Was kennzeichnet den Entwicklungsprozess von IP?

Der IP-Prozess besteht aus fünf Entwicklungsphasen, welche jeweils durch Meilensteine getrennt werden (siehe Abbildung unten). Während des Entwicklungsprozesses werden die Studierenden mit Werkzeugen vertraut gemacht, welche in ihrem späteren Arbeitsleben gebraucht werden. Erlernt werden diese unter anderem in praxisnahen Workshops mit Fachkräften aus Unternehmen, wie beispielsweise von Ploch HR Consulting (Teambuilding) und Bain & Company (SCRUM). In den letzten Jahrgängen brachte McKinsey & Company den Studierenden Design-to-Value am Beispiel von Kaffeemaschinen verschiedener Hersteller nahe und die Dr. h.c. F. Porsche AG schulte die jungen Entwickler im Umgang mit Werkzeugen zur PGE- Produktgenerationsentwicklung. Alle Workshops und Vorlesungen werden jedes Jahr neu auf das individuelle Projekt abgestimmt und erzeugen damit einen maximalen Mehrwert.

 

Übersicht über die einzelnen Phasen in IP

Während des gesamten Projektes konzentrieren sich die Entwicklerteams nicht nur auf das Produkt, sondern auch auf zukünftige Produktgenerationen, zur Eigenschaftsabsicherung benötigte Validierungssysteme, zur Herstellung verwendete Produktionssysteme und Strategien, die mit dem Produkt verfolgt werden können.

 

Wie ist es möglich, in nur 4 Monaten solch herausragende Ergebnisse zu erzielen?

Der Erfolg von IP ruht auf den drei Säulen: Anwendung geeigneter Produktentwicklungsmethoden, hochmotivierten Leistungsträgern des KIT und der erfolgreichen Zusammenarbeit von Unternehmen und dem IPEK.

Seit über zwei Dekaden kommt die kontinuierliche weiterentwickelte Produktentwicklungsmethodik zur Steuerung von IP zum Einsatz. Diese leitet die jungen Entwickler an bestehende Lösungen kritisch zu hinterfragen. Das bedeutet die Anforderungen zu analysieren und so die beste Lösung zu ermitteln. Dazu gehört auch die Umsetzung potenzieller Lösungen in einem Prototyp.

Für einen effizienten Prozessablauf müssen relevante Anforderungen von Beginn an berücksichtigt werden. Die Problemstellung ist dabei zunächst bewusst offen formuliert, damit die Studierenden bereits bei der Definition einer lösungsoffenen Beschreibung eines zukünftigen Produktes ihre Kreativität einbringen. Kreativität kann durch verschiedene Methoden gefördert und so gezielt zur Problemlösung eingesetzt werden und trägt maßgeblich zu den Ergebnissen bei.

Das Hauptprodukt von IP sind die Studierenden, die vom IPEK aus einer Vielzahl von Bewerbern ausgewählt werden. Der Auswahlprozess ist eigens dafür konzipiert und beinhaltet neben einer förmlichen Bewerbung auch ein persönliches Bewerbungsgespräch mit Prof. Albers. Die ausgewählten Studierenden zeichnen sich neben ihrer Fachexpertise durch Eigeninitiative, Belastbarkeit und hohe Motivation aus.

„IP bot mir die Möglichkeit, mich selbst weiterzuentwickeln. Sowohl Kreativität als auch Teamwork wurden stark gefordert. Für jede Persönlichkeit ist die richtige Rolle dabei. Wichtig ist, dass man Motivation mitbringt und Freude an der Sache hat."

 

- Michael König, Masterstudent aus dem Jahrgang 2018/19

Mein technisches Entwicklungsverständnis führe ich maßgeblich auf IP zurück. Ich strebe nach Innovationen und weite meine Methodenkenntnisse kontinuierlich aus. Der Erfolg meiner beruflichen Laufbahn lässt sich maßgeblich auf meine strukturierte und methodische Vorgehensweise zurückführen, die ich hier erlernt habe."

 

- Dr. Lena Weigold, Jahrgang 2005/2006 und heute Produktmanagerin bei Retsch GmbH

Das Partnerunternehmen unterstützt vor allem durch Fachexpertise, während die wissenschaftlichen Mitarbeiter des IPEK das methodische Know-How einbringen. Dadurch werden die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure zum Beispiel befähigt, erfolgversprechende und zukunftsfähige Produktideen zu entwickeln. Zudem werden die Studierenden dabei beraten, wie sie Ihre Ideen möglichst früh mithilfe von Prototypen validieren können und wie die Prototypen in der IPEK-Werkstatt umgesetzt werden können.


"Die Methodik von Prof. Albers stimuliert die Kreativität der Studierenden. Die Vielfalt der Ergebnisse begeistert jedes Jahr neu."

- Prof. Dr. Thomas Hirth, Vizepräsident für

Innovation und Internationales am KIT

   
Vortellung eines Prototypen aus IP 18/19
 

Die dritte Säule des Erfolgs von IP ist die erfolgreiche Zusammenarbeit von Unternehmen und dem IPEK. Dies schlägt sich unter anderem in einer Vielzahl von unterschiedlichen und teilweise mehrjährigen Innovations- und Entwicklungsprojekten nieder. Diese umfassen Themengebiete, wie beispielsweise Antriebssysteme, NVH, Power-Tools und Validierung von technischen Systemen mit dem XiL-Ansatz (X-in-the-Loop-Ansatz). Dadurch wird sichergestellt, dass die entwickelten Methoden und Prozesse für die Anwendung von und in Unternehmen geeignet sind. Die enge Zusammenarbeit des IPEKs mit Unternehmen zeigt sich auch in den ~20 kooperativen Doktorarbeiten, sowie zahlreichen Abschlussarbeiten, die mit der Industrie durchgeführt werden.

 
Übersicht über die verschiedenen Stakeholder von IP am Beispiel von IP 2018/19
Doch lohnt sich dieses Investment für ein Unternehmen, das Geld verdienen möchte? Oder wäre es nicht besser diese Ressourcen für eigene Entwicklungsprojekte zu verwenden? Die langjährige Erfahrung zeigt, IP ist eine gute Investition für das Partnerunternehmen!

Das Partnerunternehmen hat drei wesentliche Vorteile: Produkte mit hohem Innovationspotential, Kontakt zu 42 hochmotivierten, qualifizierten Studierenden in der Endphase ihres Studiums und drittens organisatorisches Lernen für die Produktentwicklung des gesamten „Ökosystems" des Unternehmens.

Insgesamt resultieren jedes Jahr ca. 1 Patent pro Team, insgesamt ca. 60 Erfindungsmeldungen, 7 Produkte mit hohem Innovationspotential und die zugehörige Prototypen. Jedes dieser Produkte eignet sich als Konzeptstudie.

Doch das Partnerunternehmen profitiert nicht nur durch die technischen Ergebnisse, sondern auch durch die Möglichkeit modernste Produktentwicklungsmethodik kennenzulernen und Prozesse und Methoden zur Steuerung von Projekten über Ziele für ihren eigenen Innovationsprozess zu adaptieren.

Während des gesamten Projekts kann sich der Industriepartner als attraktiver Arbeitgeber präsentieren und eine persönliche Beziehung zu potenziellen Mitarbeitenden aufbauen. Während des gesamten Projektes kann sich das Partnerunternehmen als attraktiver Arbeitgeber präsentieren, frühzeitig eine persönliche Beziehung zu potenziellen Mitarbeitenden aufbauen und diese bei der Bewältigung der Problemstellung beobachten. Dies ermöglicht einen wesentlich tieferen und umfänglicheren Eindruck als dies ein Assessmentcenter je könnte. In den letzten Projekten konnte stets ein Transfer bewährter Methoden und Prozesse aus den Bereichen Wissensmanagement und Innovationskultur beobachtet werden. Die Mischung aus konkreten Projektergebnissen und organisatorischem Lernen macht IP dabei einzigartig.

 

   

"Wir als Projektpartner können aktiv den Entwicklungsprozess in IP mitgestalten. Dies macht es für uns so einzigartig. Wir sehen in der Zusammenarbeit eine gute Chance, aktiv unsere Innovationskultur weiterzuentwickeln."

- Dr. Peter Börsting Projektleiter von IP und Head of Technology, Innovation, Sustainability & Think Tank bei der thyssenkrupp Industrial Solutions AG

 

In 22 Jahren konnten wir mit IP viele Erfahrungen durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Industriepartnern wie thyssenkrupp, BMW, Daimler, Schaeffler, Stihl und Hilti sammeln.

Referenzen:

 

Impressionen aus IP 2018/19